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INFERNO Triathlon 2009 - …oder härteste Triathlon der Welt!!!

Vorab und bevor ich meinen Rennbericht beginne, erst mal vielen Dank für die vielen „Viel Glück“ Mails und die ebenso vielen „wie wars“ Fragen.

Bei ersteren finde ich‘s immer schwierig sich zu bedanken bevor man weiß was auf einen zu kommt und auf die „wie wars“ Fragen ist mir bis heute eigentlich nur MEGAHART eingefallen.

Seht es mir also bitte nach, dass ich euch nicht geantwortet habe und ihr meinen Bericht hier erfahrt...

Den Ablauf bis zum Rennstart erspare ich euch, allerdings waren da auch noch einige chaotische Anekdoten dabei die ich bei Interesse mal persönlich erzähle.

22.08.2009 – INFERNO Triathlon

Hier für alle noch einmal die Strecken Details (in Klammern jeweils die Höhe über dem Meer):

 
Schwimmen -> Distanz 3.1 km
Thun – Oberhofen
Road Bike -> Distanz 97 km, Steigung 2145 m (siehe unten rot)
Start in Oberhofen (562 Meter über Meer) - Sigriswil (810) - Beatenberg (1153) - Interlaken (563) - Meiringen (593) - Grosse Scheidegg (1962) - Grindelwald (943).
Mountain Bike -> Distanz 30 km, Steigung 1180 m (s. u. grün)
Grindelwald (943) - Kleine Scheidegg (2061) - Wengen (1275) - Lauterbrunnen (795) - Stechelberg (862).
Berglauf -> Distanz 25 km, Steigung 2175 m (s. u. gelb)
Stechelberg (862) - Lauterbrunnen (795) - Mürren (1640) - Schilthorn (2970)

 

 

Zum Schwimmen gibt’s nicht viel zu sagen...

außer, das ich recht entspannt als Fünfter und nach 42 Minuten dem 21 Grad warmen Thuner See wieder entstiegen bin.

(Das sollte im Übrigen die mit großem Abstand wärmste Temperatur des Tages bleiben...)

 

Nach einem für Triathlon Verhältnisse sehr langsamen Wechsel fing also die Tortur und der eigentliche INFERNO an.

 

Strecke bis zum ersten Anstieg, Richtung Beatenberg: 200m.

Warmfahren war also absolute Fehlanzeige.

 

(im Bild rechts, der Beatenberg...)

Nachbetrachtend ging dieser erste Berg eigentlich, es mussten ja nur 600 Höhenmeter auf 21km überwunden werden. Bei ca. km 15 setzte der Regen ein und ich konnte erahnen wie sch… kalt es auf der weiteren Strecke werden würde.

Nach der ersten Abfahrt wieder runter Richtungen Interlaken und Thuner bzw. Brienzer See und dem ersten Zähneklappern kam das leichteste Stück der Radstrecke: 38 km drücken rund um den Brienzer See mit toller Aussicht aufs Wasser (wenn ich vor lauter Regen doch was gesehen hätte…)

Meiringen, Kilometer 69 und Start zum ersten wirklichen Berg des INFERNO. Von 593 Metern über dem Meer ging es hoch auf 1960 Meter hoch. Ganz ehrlich, es fällt mir richtig schwer, die Härte dieser 18 km zu beschreiben. Um euch eine ansatzweise Vorstellung der teilweisen Steigung zu geben, meine minimal Geschwindigkeit auf dem Rennrad waren 6 km/h!!!

Auf der Großen Scheidegg und auf 1960 Meter über dem Meer angekommen hieß es warm anziehen für die folgende Abfahrt. Leider waren aber meine Klamotten durch den Dauerregen so durchweicht, das die folgenden 13 km nach Grindelwald zum Wechsel aufs MTB eine ziemlich frostige Angelegenheit wurden.

Als hätte mein Zähne klappern nicht gereicht, wurde die Abfahrt noch durch dichten Nebel mit Sichtweiten von teilweise unter 50 Metern erschwert. Man hat ungelogen die nächste Serpentine nicht mehr gesehen.

Ich bin sicherlich kein schlechter Bergab Fahrer, aber ich hatte echt Schiss und so haben mich doch einige verrückte Schweizer auf der Abfahrt überholt.

4:03 Stunden für 97 km... rechnet euch den Schnitt selbst aus, der Sieger hat mir ne knappe halbe Stunde gegeben, allerdings ist er die Abfahrten auch schon acht mal runter geheizt…

 

Grindelwald, 943 Meter über dem Meer und Wechselzone zum 30 km MTB Abschnitt.

15 km hoch auf die Kleine Scheidegg und auf 2060 Meter und 15 km wieder runter.

LMAA… die ersten Kilometer auf der Straße waren ja noch ganz lustig, ab Kilometer drei hörte der Spaß allerdings schlagartig auf.  

Ich habe im Anstieg genau drei Gänge benutzt, die ERSTEN!!! Minimal Geschwindigkeit 4,3 km/h -> Probiert mal 4 km/h zu fahren, das ist kurz vorm Umkippen!!

Mal im Ernst, diese 12 km waren das mit Abstand Härteste was ich „bis dahin“ (das Laufen kam ja noch) in meiner sportlichen Karriere mitgemacht habe. Ich hab geschlagene zwei Stunden durchgehend meinen Tacho angefleht, dass endlich die 15 kommt…

 

Ach ja eine Schiebepassage gab es ab Kilometer 14 auch noch, 400 m bei denen man fast rückwärts wieder runter gekugelt wäre…

 

 

Auf der Kleinen Scheidegg und auf 2060m angekommen, war ich erst mal so im Unterzucker dass ich glaub ich 2/3 des Schokoladenvorrats der Verpflegungsstation verdrückt habe.

Dumm nur, das nach der folgenden Abfahrt der schlimmste Teil noch offen stand...

 

Von der Grossen Scheidegg, gings über Wengen und Lauterbrunnen nach Stechelberg.

Für die Sport versierten unter euch. Wengen -> MTB Weltcup… klingelts? da gings runter!Und Lauterbrunnen hat ne Weltcup Skipiste, die haben wir auch noch teilweise mitgenommen.

Soll mir noch einmal jemand sagen, ich kann nicht MTB fahren! Danke übrigens an meinen Material Sponsor… ;-) Ohne das NRS Fully wäre ich wohl nicht angekommen!!!

 

Stechelberg, Talstation der Schilthornbahn und Wechselzone zur letzten Disziplin: dem Berglauf.

 

 

Von 862 Meter über dem Meer geht es innerhalb von 25 km auf 2970 Meter hoch.

 

 

 

Eigentlich fehlen mir immer noch die Worte um das folgende zu beschreiben. Die ersten fünf Kilometer kann man noch richtig laufen, ab da geht‘s dann stetig bergauf…

(Links übrigens die Schilthornbahn...)

 

Ab Kilometer 10 wars mit Laufen ganz vorbei und man konnte eigentlich, mit ein paar kurzen Unterbrechungen, nur noch gehen.

 

Bis km 18 in Mürren auf 1600 Metern hatte ich schon knapp 2 Stunden hinter mir und das war der leichtere Teil.

 

Bis zur Baumgrenze ging‘s dann noch mal recht flüssig; was danach kam war jedoch jenseits meiner Vorstellungskraft!

Knappe acht Kilometer Bergsteigen, wer schon mal in den Alpen auf einem Gipfel war, kann sich das vorstellen.

 

Ab Kilometer 23 bis zum Gipfel wurde es dann regelrecht Klettern...  

 

...und wie man auf den Bildern sieht, hat man nicht wirklich viel gesehen...

 

 

 
 
 

...bis die Qual nach 3:55 Stunden und 25 Kilometern endlich ein Ende hatte…

 

Im Ziel...

 

Hört sich alles nicht so schlimm an?

Stimmt, irgendwie fehlen mir die Worte! Um euch NICHT Triathleten eine Vorstellung von meinem Empfinden zu geben. Der INFERNO war das mit riesigem Abstand Härteste, was ich je gemacht habe, JEDER, wirklich JEDER meiner 15 Ironman war absoluter Kindergeburtstag gegen das was ich am vergangenen Samstag erlebt habe!

Und für die Triathleten und Ausdauersportler unter euch, ich hatte im Ziel das Vergnügen mit einem NORSEMAN Finisher (gilt vor dem INFERNO als härtester Triathlon der Welt) zu sprechen und der meinte, der INFERNO steht dem in GAR NICHTS nach!!!

FAZIT: Platz 67. von 244 Wahnsinnigen die auf dem Schilthorn angekommen sind und 11:13 Stunden für 155 km und 5500 Höhenmeter… (Allerdings interessiert die Platzierung hier wohl relativ wenig!)

Schade war im Nachhinein nur, das wir auf Grund des sehr starken Nebels nichts von der beeindruckenden Kulisse gesehen haben. Schon deshalb werde ich das Ding wohl irgendwann noch mal machen... ;-)

Unten habe ich noch mal das Höhenprofil sowie den Streckenplan und natürlich einige Bilder angehängt! 

Vielen Dank fürs Lesen und ich freu mich schon auf das nächste Projekt… (Details zu gegebener Zeit an dieser Stelle!!!)

 

 
Zum Abschluß noch der Bericht vom Schweizer Fernsehen, allerdings schauts da auch wieder nicht so schlimm aus...

http://videoportal.sf.tv/video?id=5ddeef8a-57d0-4977-9de4-540ef2bc99d1

 

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